Eq richtig einstellen lernen

Equalizer einstellen wie ein Tontechnik-Profi


In diesem Mixing Workshop geht es darum, wie man den Equalizer einstellen lernen kann ,wie ein Tontechnik-Profi. Hierbei möchte ich dir zeigen, worauf es einem EQ ankommt. Welche Parameter er beinhaltet und wie man das Wissen perfekt anwendet.

Equalizer einstellen lernen

Neben dem Kompressor gehört der Equalizer zu dem Standardwerkzeug eines Audio-Engineers. Aus diesem Grund ist es extrem wichtig die einzelnen Parameter und die damit verbundenen Einstellungsmöglichkeiten zu kennen. Deshalb möchte ich dir diese erst mal näher bringen, bevor es zu bestimmten Frequenzen bzw. Frequenzbereichen geht, die deinen Mix den letzten Schliff verleihen.

Was macht ein Equalizer?

Mit einem Equalizer (to equalize = dt. ausgleichen) kann man ganz grob gesagt, den Frequenzbereich des Audiomaterials anpassen. Das kann aus verschiedenen Gründen von Nöten sein. Ein Beispiel wäre eine zu dünne Kickdrum benötigt mehr Bass. Mit einem Eq würden wir eine bestimmte Frequenz im Tieftonbereich einteilen. Andersherum kann es auch sein, dass eine Stimmaufnahme zu viele Höhen hat und der Gesang dadurch extrem „spitz“ oder „harsch“ klingt. In diesem Fall können wir mit dem Kompressor höhen eliminieren.

EQ Parameter

Mit den folgenden EQ-Parametern kann man das Audio-Material bearbeiten.

Frequenz

Zunächst einmal muss man eine Frequenz bestimmen, die man bearbeiten möchte. Die Frequenz wird in Hz beschrieben. Bei vielen Equalizern sieht man in höheren Bereichen die Einheit kHz. Das bedeutet Kilohertz. 1 Kilohertz sind 1000 Hertz.

Anheben und Absenken (Gain) mit dem EQ

Jeder Equalizer besitzt die Möglichkeit Frequenzen Anzuheben oder Abzusenken. Zumindest eine Möglichkeit ist immer garantiert. Die Einstellung wird in Dezibel vorgenommen. Ein Wert von -5dB würde somit eine Absenkung von 5 Dezibel bedeuten. Bei sogenannten Low und High-Cut Filtern gibt man den Wert in db/Oct (Dezibel/Oktave an). Was diese Filtertypen machen, klären wir später.

Q-Faktor

Der Q-Faktor beschreibt den Bereich, der neben der eingestellten Frequenz bearbeitet wird. Das bedeutet, dass man eine Frequenz schmalbandig oder breitbandig bearbeiten kann. Umso höher der Wert desto schmaler ist der abweichende Bereich von der eingestellten Frequenz. Mit einem möglichst kleinen Wert beeinflusst man somit große Teile des Audio-Materials.

Mit dem Q-Faktor kann man ein Audio Signal schmal oder breit bearbeiten.

Hier sieht man den Q-Faktor am Beispiel des Logic Pro Equalizers.

Equalizer Filtertypen

Ein EQ kann verschiedene Filtertypen aufweisen. Nicht jedes Gerät / Plugin beinhaltet alle Filtertypen.

  • Hochpass Filter (Low-Cut Filter)
  • Lowpass Filter (High-Cut Filter)
  • Bandpass Filter

Hochpass Filter (Low-Cut Filter)

Ein Hochpass Filter, auch Low Cut genannt, lässt alles oberhalb der eingestellten Frequenz durch. Das bedeutet, wenn wir einen Hochpass Filter nutzen, mit der Frequenz von beispielsweise 300 Hz, wird alles unterhalb von 300 Hz bearbeitet beziehungsweise beschnitten. Oberhalb dieser Frequenz lässt das Filter das Audiomaterial „passieren“.

Tiefe Bassfrequenzen mit dem Low Cut beschneiden.

In diesem Bild sieht man einen Highpass (auch Low-Cut) Filter.

Lowpass Filter (High-Cut Filter)

Lowpass Filter, auch High-Cut genannt, arbeitet genau gegengesetzt zu dem Hochpass Filter. Hierbei darf alles unterhalb von den beispielhaft eingestellten 300Hz passieren. Alle Frequenzen oberhalb dieser Frequenz werden abgeschnitten.

Mit dem High Cut Filter den Equalizer einstellen.

Hier sieht man einen Tiefpassfilter auch Gigh-Cut geannt.

Bandpass Filter

Nun kann es natürlich sein, dass wir nicht immer einen kompletten Bereich oberhalb oder unterhalb so einer Frequenz abschneiden wollen. Dafür nutzen wir einen Bandpass Filter. Damit können wir gezielt einen Frequenzbereich anheben. Alles oberhalb und unterhalb (in Abhängigkeit mit dem Q-Faktor) wird nicht beeinflusst.

Mit dem bandpass Filter einen EQ einstellen.

In diesem Bild sieht man einen Bandpass Filter.

Gibt es die optimale Equalizer Kurve

Nachdem wir die Parameter kennengelernt haben, stellt sich die Frage, ob es eine ideale Equalizer Kurve für ein Audiosignal gibt. Die Antwort ist leider: Nein.

Der Mixing-Prozess ist zu komplex und zu vielfältig, um zum Beispiel jede Stimme oder Gitarre in jedem Song gleich zu behandeln. Dafür gibt es zu viele Faktoren. Stellt man sich einen Song wie ein Puzzle vor, benötigt man beim Mixing eines Songs ein ganz bestimmtes Puzzleteil mit der absoluten Passform. Dieses Puzzleteil kann bei einem anderen Puzzle (Song) aber eventuell gar nicht passen. In diesem Fall müssen wir unser Werkzeug kenn und das Puzzleteil in Form bringen.

Equalizer richtig einstellen.

Aus dem Grund des individuellen Puzzles möchte ich an dieser Stelle keine eindeutigen Frequenzen nennen. Denn diese werde in keinem Fall zu einem Erfolg führen.

Viel lieber möchte ich dir eine Technik verraten, mit der du jederzeit und in jedem Song das Puzzleteil zurecht schneiden kannst.

Störfrequenzen mit dem Equalizer finden.

Um die richtige Frequenz zu finden, nimmt sich am besten einen Bandpass Filter und erhöht den Gain auf mindestens 5 dB. Wenn du noch nicht so geübt bist, gerne auch deutlich höher! Achtung! Bei einer zu hohen Einstellung kann das ganz sehr unangenehm für dein Ohr und eventuell auch Equipment werden. Deshalb taste dich dort langsam heran und gehe nicht einfach so auf plus 20 dB.

Hast du eine angenehme Einstellung gefunden, nimmst du den Frequenz-Parameter und fährst damit durch das Frequenzspektrum. Falls dir eine Frequenz besonders nervig auffällt, weißt du, dass du eine Störfrequenz gefunden hast!

Gesang und Rap mit dem Equalizer bearbeiten

In dem nachfolgenden Video zeige ich den Prozess, wie man Störfrequenzen findet. Darüber hinaus erkläre ich detailliert, wie ich mit dem Equalizer Stimmen bearbeite. In diesem fall nenne ich auch bestimmte Frequenzbereiche, die gerade bei der Stimme wichtig sind im Auge zu behalten.

Der größte Fehler beim Einstellen von Equalizern

Um mit einem Equalizer bestmögliche Resultate zu erzielen, empfiehlt es sich nicht unbedingt Frequenzen massenhaft anzuheben. Damit bringt man sprichwörtlich das Fass zum Überlaufen. Im Gesamtkontext eines Song-Mixings ist es von extremer Wichtigkeit Platz für jedes Element zu schaffen. Jedes Instrument sollte einem bestimmten Frequenzspektrum zugeordnet werden, in dem es austoben kann. Ist das nicht der Fall, so wird vermutlich der Mix am Ende matschig und undefiniert klingen. Beides sind keine Eigenschaften für einen guten Mix.

In dem nachfolgen Video zeige ich, was der größte Fehler beim Einstellen von Equalizern ist.

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