Parallel Kompression

Parallel Kompression: So kriegst du den Mix laut!


Parallel Kompression ist das Stichwort, wenn es darum geht den Song fett und laut zu machen oder bestimmte Elemente im Mix hervorzuheben. Und die gute Nachricht ist, man braucht dafür kein teures Equipment, sondern lediglich einen gutes Kompressor-Plugin.

Was ist Parallel Kompression?

Auch bekannt ist diese Art der Kompression unter dem Namen New York Compression. Der Unterschied zu dem “normalen” Komprimieren von Audiosignalen ist der, dass der Kompressor in dem Fall ein Dry / Wet Verhältnis hat. Das bedeutet, dass das Mixverhältnis zwischen komprimierten und unkomprimierten Audiosignal selbst eingestellt werden kann.

Wie funktioniert Parallel Kompression?

Um das Material parallel zu komprimieren, gibt es 2 Möglichkeiten.

Kompressor Plugin

Die komfortable Variante ist, dass dein Plugin ein Regler für Dry und Wet hat. Somit kann man relativ einfach das Verhältnis einstellen, wie man es braucht.

Kopiere die Spur

Falls du keinen Kompressor hast, der das kann, dann musst du einen kleinen Umweg gehen.

  1. Kopiere die Spur, die parallel komprimiert werden soll. Beide Spuren müssen unbedingt synchronisiert werden, da es sonst zu einem ungewünschten Phasing kommen kann.
  2. Insertiere auf die kopierte Spur einen Kompressor deiner Wahl.
  3. Stelle den Kompressor möglichst aggressiv ein (Geschmacksache). Das Material muss Solo nicht gut klingen. Es ist hierbei wichtig das Audiosignal möglichst stark zu komprimieren, die Präsenz und Lautheit raus zu kitzeln.
  4. Fahre die kopierte Spur Stück für Stück zu der originalen Spur hinzu. Am besten ist es, wenn man die Spur im Mix nicht wahrnimmt, aber wenn man sie Muted bemerkt, dass es leiser wird beziehungsweise etwas fehlt.

Zu viel von der Parallel Kompression kann den Mix auch zerstören, vor allem wenn jedes Element einzeln so komprimiert wird. Es sollten wirklich nur wichtige Elemente mit dieser Methode bearbeitet werden. Der richtige Einsatz kann einen Mix aber deutlich aufwerten und er wird von den großen Mixing Engineers eingesetzt.

Wie stellt man den Kompressor bei Parallel Kompression ein?

Wie bereits erwähnt, sollte der Kompressor sehr stark eingreifen.

Attack

Die Attack auf 0 gestellt werden. Da das Originalmaterial behalten wird, bleiben somit auch die wichtigen Transienten, die für Klarheit und Punch sorgen, erhalten.

Release

Die Release-Zeit kann möglichst lang eingestellt werden. Der Kompressor soll das Material extrem verdichten. Deswegen macht es nicht viel Sinn, wenn der Kompressor nicht arbeitet. Der Wert kann bei über 600 ms liegen. Damit geht man sicher, dass sich die Kompressornadel nicht bewegt und das Material permanent komprimiert wird.

Threshold

Dieser Wert kann sehr tief angesetzt werden. Hierbei ist es schwierig ein Wert zu nennen. Das kommt auf das Signal an. Achtet bei der Einstellung einfach darauf, dass der Kompressor auf bei leisen Passagen immer komprimiert.

Ratio

Die Ratio sollte auch möglichst hoch eingestellt werden. Ab einer Ratio von 8:1 macht es erst richtig Spaß, da das Material schön gedrückt wird. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Habt Mut zur Hässlichkeit! Das komprimierte Material muss Solo nicht gut klingen. Es muss im Mix gut klingen. Alternativ könnte man auch einen Limiter einsetzen.

Warum sollte man Parallel Kompression nutzen?

Im Gegensatz zu der “normalen” Kompression kann man das Audiomaterial subtil komprimieren, aber dennoch einen großen Einfluss auf den Sound nehmen. Man hat mehr Kontrolle über das Mixverhältnis. Auch am Ende des Mixes kann man schneller etwas Präsenz hinzufügen oder auch rausnehmen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man das Originalsignal nicht stark bearbeiten muss. Transienten bleiben erhalten. Durch starkes Eingreifen auf einer einzelnen Spur killt man oft den Vibe und die Transparenz des Sounds. Die Dynamik wird stark eingeschränkt und es lebt nicht mehr. Mit der Parallel Kompression schränkt man auch die Dynamik ein, allerdings in einem selbst gewählten Verhältnis, wobei der Originalsound aber bestehen bleibt und nicht stark verändert wird.

Die Technik wird oft beim Abmischen des Gesangs, der Drums, aber auch auf Subgruppen angewendet, um den Klang zu veredeln oder hervorzuheben. Ich würde immer empfehlen, die Parallel Kompression mit einem Plugin durchzuführen. Bei dem Einsatz von analogen Kompressoren ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es zu Auslöschungen kommt.

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