Den Mix breiter machen! Panorama beim Abmischen.

So macht man den Mix breiter!


Neben den Lautstärkeverhältnissen ist die Breite des Songs ein weiterer wichtiger Bestandteil des Mixings. Deshalb zeige ich euch meine Herangehensweise, einen Mix breitzumachen.

Um eine Audiospur breit klingen zu lassen, gibt es viele Methoden. Um diese soll es hier in diesem Artikel gehen. Eines vorweg, um einen kompletten Song breit klingen zu lassen, müssen viele verschiedene Entscheidungen getroffen werden.

Wie funktioniert die Stereoortung?

Zunächst einmal müssen wir uns im Klaren sein, wie die Stereoortung beim Menschen funktioniert. In der Akustik wird das Lokalisation genannt. Diese beschreibt das Erkennen von Entfernungen und Richtung einer Schallquelle. Um ein Signal zu orten, nutzt das Ohr die Informationen der Laufzeitdifferenz und der Pegeldifferenz. Einfach gesagt: welches Ohr die Schallquelle lauter und eher wahrnimmt, aus der Richtung kommt das Signal. Unter 300 Hz kann das menschliche Ort das Signal nicht genau orten, da diese Frequenzen in einem normalen Raum um den Kopf gehen und Welle nicht gebrochen wird. Deshalb nimmt der Mensch keine Pegelunterschiede war, die das Signal orten könnten. Das ist auch ein Grund dafür, alle Signale unterhalb der 300 Hz (aber mindestens 150 Hz) in der Mixmitte zu behalten.

Das ist die Theorie. Jetzt zur Praxis.

Wie kann ich den Mix breiter machen?

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehören der Einsatz von Kompressor, EQs, Delays, Hall, weiteren speziellen Effekten und natürlich dem Panregler!

Der Panregler ist das wichtigste Element einen Mix breitzumachen. Hierbei gestaltet man den Mix. Gibt jedem Signal seinen ganz bestimmten Ort. Die Auswahl der Hallräume und des Delay ist ein weiterer wichtiger Punkt. Nimmt man große Räume, einen kleinen Raum. Ein Mix kann auch mit einem kleinen Raum breit klingen. Das sind alles Entscheidungen, die das Endergebnis beeinflussen. Aber der entschiedene Punkt sind alle Panregler! Ist ein Mix nicht breit genug, sollte man die Aufteilung der Audiosignale im Panorama überprüfen.

Man sollte sich auch bewusst sein, dass natürliche Soundquellen wie die Stimme, ein Schlagzeug, eine Gitarre aus einer ganz bestimmten Richtung kommen. Das bedeutet übermäßige breite kann ein Signal unnatürlich klingen lassen.

In diesem Artikel möchte ich euch aber Werkzeuge an die Hand geben, die helfen werden einen breiteren Mix zu simulieren, beziehungsweise bestimme Elemente weiter im Mix zu verteilen.

Durch Dopplung mit Effekten mehr Stereobreite erzeugen

Egal welches Effektgerät man nutzt, es kommt immer drauf an, dass Signale links und rechts unterschiedliche Einstellungen vorweisen.

Man kopiert also eine Audiospur, die man gerne breiter haben möchte. Außer tieffrequente Sounds, wie Kick, Bass eigenen sich nicht so gut, um sie breiter machen. Mit einem Equalizer könnte man zum Beispiel eine Hi-Cut auf der rechten Synthesizerspur nutzen und die Frequenzen bis zum Beispiel 10 kHz beschneiden. Da heißt es experimentieren. Es gibt keine richtige oder falsche Einstellung. Das Ziel ist es das Signal breiter klingen zu lassen. Durch die unterschiedlichen Parameter und die Panregler kommt dieser Effekt von ganz allein.

Mit dem Kompressor kann man genau das gleiche machen. Man kopiert eine Spur und panned die Regler weit auf. Eine Spur links und die andere rechts. Anschließend wählt man verschiedene Settings in dem Kompressor.

Interessant wird der Effekt mit Hallgeräten und Delays. Wie bereits erwähnt, kann man das Originalsignal auf eine Seite packen und das verzögerte auf die andere. Dadurch klingen die Spuren wie gedoppelt. Häufig wird das bei Gitarren angewendet. Man sollte die Audiosignale aber nicht mehr als 50 ms voneinander trennen. Bei höheren Werten klingen sie nicht mehr gedoppelt, sondern wie zwei komplett voneinander getrennte Spuren, die nichts mehr gemeinsam haben. Ich empfehle hier einen Wert zwischen 20 und 50 ms.

Aber auch Hallgeräte könnte man nur auf eine Seite des Mixraums schicken. Somit würde das Originalsignal deutlich mehr an Breite gewinnen und das Instrument wirkt größer.

Halten wir fest. Wichtig ist es, dass das Audiomaterial kopiert wird und dann im Panorama getrennt wird. Eine Spur links und eine rechts. Ob sich dafür immer vollanschlag links/rechts eignet, mag wohl nicht immer der Fall sein. Man sollte verschiedene Settings probieren. Auch eine 10 Uhr zu 4 Uhr Pan-Einstellung kann sinnvoll sein. Anschließend bearbeitet ihr das Audiomaterial unabhängig voneinander. Somit steht dem breiten Mix nichts mehr im Weg.

Stereo-Widener /Spreader

Man möchte ein Signal im Mix breiter machen. Da scheint der logische Schritt natürlich ein Plugin mit dem Namen “Stereo-Widener” oder “Spreader” zu sein. Doch bei dieser Art des Plugins ist Vorsicht geboten! Vor allem wenn diese auf einem kompletten Mixbus angewendet werden. Diese Effektgeräte arbeiten mit Phasenveränderungen, um das Signal weiter im Mix zu verteilen. Dabei wird die Phase des Materials bei starkem Einsatz so verändert, dass es auch zu Phasenauslöschungen kommen kann.

Nutzt diesen Effekt vorrangig für einzelne Signale und nicht für gedoppelte Signale. Genau da holt man sich schnell Phasenprobleme in den Mix und es kommt zu Auslöschungen.

Falls ihr euch für ein Stereoverbreiterungstool entscheidet, achtet unbedingt auf zwei Dinge. Habt immer einen Blick auf die Monokompatibiliät. Bei übermäßigem Einsatz kann das bearbeitete Audiomaterial das Signal komplett aus dem Monosignal verschwinden lassen.

Der andere Punkt, auf den ihr beim Umgang mit so einem Plugin beachten müsst, ist dass dieser nicht unter 150 Hz agiert. Die meisten Plugins dieser Art besitzen so eine Frequenzweiche. In manchen Danceproduktionen liegen die Werte im Mixbus sogar noch deutlich über 300 Hz. Der Grund hierfür kommt auch aus der Natur des Menschen. Aber wie bereits erwähnt, ist ein Stereoverbreiter auf der Summe eher was für das Mastering.

Auf was muss man bei breiten Mixes achten?

Achtet in jedem Fall darauf, dass der Song monokomptaibel bleibt! Denn ein großes Stereobild kommt immer mit dem Kompromiss einer eingeschränkten monokompatibilität. Falls der Mix zu breit ist, könnt ihr mit dem Panregler nachjustieren und ihn wieder mehr zur Mitte schieben. Vor allem bei Hall und Delayeffekte würde ich vorrangig die originale Spur mehr zur Mitte schieben.

Ein weiterer wichtiger Hinweis ist, dass ihr nicht jedes einzelne Instrument im Mix ewig breit macht. Ordnet jedem Instrument einen eigenen Platz zu. Sucht euch gezielt Elemente aus, die ihr breiter machen wollt mehr im Mix verteilen wollt.die Vielleicht sind das Signale, die in der Mitte zu viel Präsenz beanspruchen, so dass zum Beispiel die Stimme weggedrückt wird. Allgemein kann man nicht sagen, wie viele Elemente breiter gemacht werden sollten aber meiner Erfahrung nach sollten es nicht mehr als zwei sein, die eine Extrabehandlung bekommen. Also übertreibt es nicht und konzentriert euch auf die einzelnen Elemente. Konzentriert euch auf die Panregler! Denn nur mit diesen kann man einen Mix wirklich breitmachen!

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